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Sanierungsfahrplan (iSFP): Ablauf, Kosten und Förderbonus im Jahr 2026

Als wichtigstes Planungsdokument für die energetische Modernisierung gilt 2026 der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP). Dieser Ratgeber erklärt, was ein iSFP leistet, wie der Ablauf mit dem Energieberater abläuft und welche Kosten anfallen. Dazu: der 5-%-Förderbonus, eine sinnvolle Maßnahmenreihenfolge und ein Fallbeispiel für ein Fertighaus Baujahr 1982.

Stand: 19. Juli 2026
Lesezeit: 10 Min.

Der individuelle Sanierungsfahrplan – kurz iSFP – ist 2026 das zentrale Planungsdokument für alle, die ein in die Jahre gekommenes Haus energetisch auf Vordermann bringen wollen. Er legt Schritt für Schritt dar, welche Maßnahmen in welcher Abfolge sinnvoll sind, mit welchen Kosten zu rechnen ist und wie viel Einsparung sie bringen. Und er zahlt sich aus: Wer nach iSFP saniert, bekommt bei Einzelmaßnahmen der BEG EM 5 Prozent zusätzlichen Förderbonus. Dieser Ratgeber klärt, was der iSFP leistet, wie der Ablauf mit dem Energieberater aussieht, was er kostet, wie hoch der BAFA-Zuschuss ausfällt und in welcher Reihenfolge die Maßnahmen kommen sollten – und rechnet das Ganze an einem Fertighaus Baujahr 1982 durch. Sämtliche Zahlen sind Richtwerte für 2026.

50 %
BAFA-Zuschuss
auf die Beratungskosten
+5 %
iSFP-Bonus
extra Förderung bei BEG EM
15 Jahre
Gültigkeit
Umsetzung in Etappen möglich

Wofür der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) steht

Kurzantwort: Beim individuellen Sanierungsfahrplan handelt es sich um ein standardisiertes Beratungsdokument, das ein zertifizierter Energieberater für Ihr konkretes Gebäude anfertigt. Er dokumentiert den Ist-Zustand, beschreibt alle sinnvollen Sanierungsmaßnahmen samt Kosten, Einsparung und Reihenfolge und bündelt sie übersichtlich in einem Zeitplan. Der iSFP ist bundesweit einheitlich aufgebaut, wird über die BAFA mit 50 Prozent gefördert und dient zugleich als Nachweis für den zusätzlichen 5-Prozent-Förderbonus bei späteren Einzelmaßnahmen.

Im Gegensatz zu einem schlichten Kostenvoranschlag betrachtet der iSFP Ihr Haus als Gesamtsystem: Er sorgt dafür, dass Sie nicht erst die Heizung erneuern und danach dämmen – eine Reihenfolge, die zu einer überdimensionierten und teureren Anlage führt. Stattdessen entsteht ein stimmiger Plan, den Sie in Etappen über bis zu 15 Jahre umsetzen können. Der iSFP wird in zwei Varianten dargestellt: als „Sanierung in einem Zug“ und als „Sanierung in Schritten“ – so sehen Sie auf einen Blick, welcher Weg zu Ihrem Budget passt.

iSFP oder BzA — die beiden nicht verwechseln

Der iSFP ist eine strategische Beratung für den gesamten Sanierungspfad. Davon zu trennen ist die „Bestätigung zum Antrag“ (BzA), die der Energieeffizienz-Experte für jede geförderte Einzelmaßnahme gesondert ausstellt. Beide greifen ineinander: Der iSFP liefert die Strategie und den 5-Prozent-Bonus, die BzA schaltet die konkrete Förderung frei. Für den Bonus muss die jeweilige Maßnahme innerhalb der Gültigkeit des iSFP umgesetzt werden.

Ablauf mit dem Energieberater: in fünf Schritten zum iSFP

Kurzantwort: Der Weg zum iSFP verläuft 2026 in fünf Etappen: Zunächst wählen Sie einen BAFA-gelisteten Energieeffizienz-Experten und beauftragen ihn. Es folgt der Vor-Ort-Termin mit Bestandsaufnahme von Hülle, Heizung und Verbrauch. Anschließend wertet der Berater die Daten aus und erarbeitet die Maßnahmenpakete. Danach bekommen Sie den fertigen iSFP im einheitlichen Format samt Erläuterungsgespräch. Zum Schluss setzen Sie die Maßnahmen in der empfohlenen Reihenfolge um – jede einzelne mit 5-Prozent-Bonus. Der gesamte Ablauf nimmt meist vier bis acht Wochen in Anspruch.

  • 1. Energieberater finden: Nur zertifizierte Energieeffizienz-Experten aus der Liste des Bundes dürfen einen förderfähigen iSFP anfertigen.
  • 2. Vor-Ort-Termin: Der Berater erfasst Gebäudehülle, Fenster, Dach, Heizung und Warmwasser und sichtet Ihre Verbrauchsdaten.
  • 3. Analyse und Berechnung: Aus den Daten leiten sich konkrete Maßnahmenpakete mit Kosten, Einsparpotenzial und CO2-Wirkung ab.
  • 4. Übergabe des iSFP: Sie bekommen das standardisierte Dokument samt Erläuterungsgespräch — verständlich aufbereitet mit Ampellogik.
  • 5. Umsetzung in Etappen: Sie arbeiten die Maßnahmen nach Budget und Priorität ab, jede mit dem zusätzlichen 5-Prozent-Bonus.

Wichtig: Beauftragen Sie den Energieberater, ehe Sie irgendeine Maßnahme vergeben – förderfähig ist ausschließlich ein Sachverständiger aus der Energieeffizienz-Experten-Liste des Bundes. Idealerweise begleitet Sie der Berater über die gesamte Sanierung hinweg, stellt die erforderlichen Bestätigungen für jede Förderung aus und übernimmt die Baubegleitung. Auch diese Baubegleitung ist förderfähig. Wie sich einzelne Sanierungsbudgets im Fertighaus aufteilen, erklärt der Modernisieren-Ratgeber; die typischen Bauteile und Arbeitsschritte einer Fertighaus-Sanierung schildert der zugehörige Ratgeber im Detail.

Kosten und BAFA-Zuschuss: Womit Sie beim iSFP rechnen

Kurzantwort: Ein iSFP für ein Ein- oder Zweifamilienhaus liegt 2026 als Richtwert bei 1.300 bis 2.000 Euro. Die BAFA bezuschusst die Energieberatung mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten, gedeckelt auf 1.300 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern. In der Praxis bleiben nach Abzug des Zuschusses oft nur 200 bis 700 Euro Eigenanteil übrig. Der Zuschuss fließt direkt an den Energieberater, sodass sich Ihr Rechnungsbetrag von Anfang an verringert – Sie müssen nicht in Vorleistung treten.

0
iSFP Bruttokosten (Richtwert)
0 %
BAFA-Zuschuss auf die Beratung
0
Eigenanteil nach Förderung

Kosten und Zuschuss beim iSFP 2026 (Richtwerte)

PositionEin-/ZweifamilienhausMehrfamilienhaus (ab 3 WE)
Beratungskosten brutto1.300–2.000 €1.700–2.600 €
BAFA-Fördersatz50 %50 %
Maximaler Zuschuss1.300 €1.700 €
Eigenanteil (Richtwert)200–700 €300–900 €
Auszahlungdirekt an den Beraterdirekt an den Berater
Gültigkeit des Plans15 Jahre15 Jahre

Betrachten Sie die Beratungskosten nicht als bloße Ausgabe, sondern als Investition: Der iSFP verhindert kostspielige Fehlreihenfolgen und schaltet den 5-Prozent-Bonus frei – der sich bei größeren Maßnahmen rasch auf mehrere Tausend Euro addiert. Einen vollständigen Überblick über alle Förderwege gibt der Beitrag zu den Förderungen.

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Der 5-%-iSFP-Bonus bei der BEG EM: So greift die zusätzliche Förderung

Kurzantwort: Wer eine Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle oder Anlagentechnik auf Basis eines iSFP durchführt, erhält 2026 einen zusätzlichen Förderbonus von 5 Prozentpunkten – zusätzlich zur regulären Grundförderung der BEG EM. Aus 15 Prozent für eine Dämmung werden dadurch 20 Prozent, aus 15 Prozent für Fenster ebenfalls 20 Prozent. Der Bonus greift bei den Maßnahmen, die der iSFP empfohlen hat, und ist auf einen jährlichen Höchstbetrag der förderfähigen Kosten begrenzt. Beim Heizungstausch selbst gilt der iSFP-Bonus nicht – dort kommen andere Boni zum Zug.

Förderung mit und ohne iSFP-Bonus im Vergleich (BEG EM 2026, Richtwerte)

MaßnahmeGrundförderungMit iSFP-Bonus
Außenwand-Dämmung WDVS15 %20 %
Dachdämmung15 %20 %
Kellerdecken-Dämmung15 %20 %
Fenster mit U_w ≤ 0,9515 %20 %
Lüftungsanlage mit WRG15 %20 %
Heizungsoptimierung15 %20 %
Heizungstausch (Wärmepumpe)30 % + Bonikein iSFP-Bonus

Ein Rechenbeispiel: Bei einer Fassadendämmung für 40.000 Euro erhalten Sie mit Grundförderung 6.000 Euro Zuschuss (15 Prozent), mit iSFP-Bonus hingegen 8.000 Euro (20 Prozent) – 2.000 Euro mehr, allein aus dem Bonus. Über mehrere Maßnahmen betrachtet, hat sich die Beratungsinvestition damit oft schon beim ersten großen Schritt amortisiert. Grundsätzlich gilt weiterhin: Der Förderantrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt sein.

Die sinnvolle Reihenfolge der Maßnahmen: erst Hülle, dann Heizung

Kurzantwort: Die energetisch wie wirtschaftlich klügste Reihenfolge lautet 2026: erst die Gebäudehülle, danach die Anlagentechnik. Wer zunächst Dach, Fassade und Fenster dämmt und erst anschließend die Wärmepumpe einbaut, kommt mit einer kleineren, preiswerteren Anlage aus – bei Anschaffung wie Betrieb. Auf die Hülle folgt eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, um Schimmel vorzubeugen, dann die Heizung und zuletzt Photovoltaik mit Speicher. Exakt diese Logik bildet der iSFP ab und begründet sie für Ihr Gebäude.

  • 1. Dämmung von Dach oder oberster Geschossdecke — hier ist die Einsparung pro Euro am größten und oft GEG-Pflicht.
  • 2. Dämmung der Außenwand (WDVS) — senkt Wärmeverluste und Wärmebrücken erheblich.
  • 3. Fenster tauschen — am besten parallel zur Fassadendämmung, um Gerüst- und Anschlusskosten zu teilen.
  • 4. Kellerdecke oder Bodenplatte dämmen — spürbar mehr Fußwärme im Erdgeschoss.
  • 5. Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung — nach der Hüllendämmung nötig, um Schimmelschäden vorzubeugen.
  • 6. Heizungstausch auf Wärmepumpe — nun korrekt auf den gedämmten Bestand ausgelegt und damit günstiger.
  • 7. Photovoltaik mit Speicher — als Ergänzung zur Wärmepumpe für niedrige Betriebskosten.

Lässt sich der Heizungstausch wegen eines Defekts oder einer GEG-Pflicht nicht aufschieben, kalkulieren Sie die spätere Dämmung wenigstens rechnerisch mit und legen die Wärmepumpe auf den künftigen, gedämmten Wärmebedarf aus. Welche GEG-Pflichten hier greifen, erklärt der GEG-Ratgeber 2026.

Ein Fallbeispiel: Fertighaus von 1982 mit 130 m²

Kurzantwort: Ein typisches Holzständer-Fertighaus aus dem Jahr 1982 mit 130 Quadratmetern verbraucht 2026 rund 230 kWh/m² im Jahr – Heizkosten von etwa 3.800 Euro. Der iSFP schlägt hier vier Etappen über acht Jahre vor: Dach- und Fassadendämmung, Fenstertausch, Lüftung mit Wärmerückgewinnung und zuletzt eine Wärmepumpe mit Photovoltaik. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 118.000 Euro brutto, nach BEG-Förderung und iSFP-Bonus verbleiben etwa 72.000 Euro Eigenanteil. Der Endenergiebedarf sinkt auf rund 70 kWh/m², die Heizkosten auf gut 1.200 Euro im Jahr.

Etappenplan für ein Fertighaus Bj. 1982 mit 130 m² (Richtwerte 2026)

EtappeMaßnahmeKosten bruttoFörderung inkl. iSFP-Bonus
Jahr 1Dach- und Fassadendämmung48.000 €20 % = 9.600 €
Jahr 2Fenster 3-fach-Verglasung16.000 €20 % = 3.200 €
Jahr 4Lüftung mit Wärmerückgewinnung12.000 €20 % = 2.400 €
Jahr 6Wärmepumpe Luft-Wasser26.000 €bis 55 % = 14.300 €
Jahr 8Photovoltaik 8 kWp + Speicher16.000 €regional/EEG
SummeVollsanierung in Etappen≈ 118.000 €≈ 46.000 € Zuschuss

Weshalb die Etappen genau in dieser Abfolge liegen

Die Dämmung steht mit Absicht am Anfang: Sie drückt den Wärmebedarf so weit, dass die Wärmepumpe in Etappe vier deutlich kleiner und preiswerter ausfallen kann. Käme die Wärmepumpe zuerst, müsste sie auf den hohen Bedarf des unsanierten Hauses ausgelegt werden – teurer im Kauf wie im Stromverbrauch. Genau diese Kette aus Ursache und Wirkung macht den iSFP so wertvoll: Er begründet die Reihenfolge nicht mit dem Bauchgefühl, sondern mit den Zahlen Ihres konkreten Hauses.

Sind alle Etappen abgeschlossen, erreicht das Haus aus dem Beispiel einen Standard nahe am Effizienzhaus – zu einem Bruchteil der Kosten eines Neubaus. Ob sich dieser Weg für Ihr Gebäude tatsächlich lohnt oder ob ein Neubau günstiger käme, beleuchtet der Vergleich Altbau kaufen oder neu bauen. Wer lieber neu bauen möchte, findet erste Anhaltspunkte im Musterhaus und beim Hausbau-Ablauf.

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Wichtige Fragen kurz erklärt

Die häufigsten Preisfragen rund um Sanierungsfahrplan (iSFP) – kompakt beantwortet von der Redaktion von fertighaus-finder.de (Stand 2026).

Was kostet ein individueller Sanierungsfahrplan?
Nach Abzug bleibt oft nur ein Eigenanteil von 200 bis 700 Euro. Ein iSFP für ein Ein- oder Zweifamilienhaus kostet 2026 als Richtwert 1.300 bis 2.000 Euro brutto; die BAFA fördert die Beratung mit 50 Prozent, gedeckelt auf 1.300 Euro Zuschuss.
Wie hoch ist der iSFP-Bonus bei der BEG EM?
Für den reinen Heizungstausch gilt der iSFP-Bonus nicht. Wer eine Einzelmaßnahme an Hülle oder Anlagentechnik auf Basis eines iSFP umsetzt, erhält 2026 fünf Prozentpunkte zusätzliche Förderung – aus 15 Prozent Grundförderung für Dämmung oder Fenster werden so 20 Prozent.
In welcher Reihenfolge sollte man sanieren?
Genau diese Logik begründet der iSFP für Ihr Gebäude. Sinnvoll ist die Reihenfolge Hülle vor Heizung: erst Dach, Fassade und Fenster dämmen, dann Lüftung mit Wärmerückgewinnung, danach die Wärmepumpe und zuletzt Photovoltaik mit Speicher – so bleibt die Wärmepumpe kleiner und günstiger.
Wie lange ist ein Sanierungsfahrplan gültig?
Der Plan verhindert dabei teure Fehlreihenfolgen und strukturiert die gesamte Sanierung. Der iSFP ist 15 Jahre gültig; in diesem Zeitraum können Sie die empfohlenen Maßnahmen in Etappen nach Budget und Priorität umsetzen und für jede den zusätzlichen 5-Prozent-Bonus abrufen.
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