Was gehört alles zum Rohbau eines Hauses?+
Zum Rohbau eines Hauses gehören alle tragenden und wetterschützenden Bauteile: Erdarbeiten, Bodenplatte oder Keller, Außen- und Innenwände, Decken, Dachstuhl und Dacheindeckung. Häufig zählen auch Fenster, Außentüren und die Rohinstallation dazu. Der Rohbau umfasst also das komplette Traggerüst des Hauses, jedoch noch keinen Innenausbau wie Estrich, Putz oder Bodenbeläge. Was genau enthalten ist, regelt die jeweilige Leistungsbeschreibung des Bauvertrags.
Wie lange dauert der Rohbau bei einem Fertighaus?+
Der Rohbau eines Fertighauses steht meist in ein bis fünf Tagen. Bei einem eingeschossigen Haus reicht oft ein einziger Stelltag, bei größeren zweigeschossigen Häusern werden zwei bis drei Tage benötigt. An diesen Tagen montiert ein Kran die im Werk vorgefertigten Wand-, Decken- und Dachelemente und schließt das Haus wetterfest. Der anschließende Innenausbau bis zum Einzug nimmt bei schlüsselfertiger Bauweise weitere acht bis vierzehn Wochen in Anspruch.
Wie lange dauert der Rohbau bei einem Massivhaus?+
Der Rohbau eines Massivhauses dauert deutlich länger als beim Fertighaus, üblicherweise mehrere Wochen bis Monate. Für die reine Rohbauzeit werden beim Stein-auf-Stein-Massivbau rund drei bis fünf Monate veranschlagt. Der Bau findet vor Ort statt und hängt von der Witterung ab: Frost, Regen sowie die Trocknungszeiten von Mörtel und Beton verlängern die Phase. Diese Werte sind gerundete Richtwerte und schwanken je nach Projekt und Region.
Was ist der Unterschied zwischen Rohbau und Ausbau?+
Der Rohbau umfasst das tragende Grundgerüst des Hauses, also Gründung, Wände, Decken und Dach bis zum wetterfesten Zustand. Der Ausbau folgt danach und macht das Haus bewohnbar: Estrich, Innenputz, Bodenbeläge, Innentüren, Sanitärobjekte, fertige Elektro- und Heizungsinstallation sowie die Malerarbeiten. Beim Ausbauhaus übernehmen Bauherren diesen zweiten Teil in Eigenleistung, während der Fachbetrieb den Rohbau samt Dach, Fenstern und Außentüren errichtet.
Gehören Fenster und Türen zum Rohbau?+
Fenster und Außentüren werden häufig dem Rohbau zugerechnet, damit das Haus dicht und wetterfest ist, gehören aber nicht zwingend dazu. In vielen Leistungsbeschreibungen zählen sie bereits zum Ausbau. Beim Ausbauhaus liefert der Fachbetrieb typischerweise Rohbau, Dach, Fenster und Außentüren fachgerecht, während der übrige Innenausbau Eigenleistung bleibt. Ob Fenster im Rohbaupreis enthalten sind, klärt allein der Bauvertrag mit seiner detaillierten Leistungsbeschreibung.
Was kostet der Rohbau eines Einfamilienhauses?+
Die Rohbaukosten eines Einfamilienhauses lassen sich nicht pauschal beziffern, da sie stark von Bauweise, Größe, Keller und Bodenverhältnissen abhängen. Als grobe Orientierung machen der Rohbau und die Gründung einen erheblichen Anteil der Gesamtbaukosten aus. Belastbare Zahlen liefert nur ein individuelles Angebot mit vollständiger Leistungsbeschreibung. Eine erste Einordnung der Gesamtkosten ermöglicht der Kostenrechner, der Wohnfläche und Ausstattung berücksichtigt.
Warum ist die Rohbauphase beim Fertighaus so kurz?+
Die Rohbauphase beim Fertighaus ist so kurz, weil die tragenden Wand-, Decken- und Dachelemente im beheizten Werk vorgefertigt werden. Auf der Baustelle werden sie nur noch per Kran montiert und verbunden, oft innerhalb von ein bis fünf Tagen. Dadurch ist die Herstellung weitgehend vom Wetter entkoppelt, anders als beim Massivbau, dessen Rohbau bei Frost häufig ruht. Nach kurzer Montage steht das Haus wetterdicht.
Ist der Stelltag beim Fertighaus schon die Rohbauabnahme?+
Nein, der Stelltag beim Fertighaus ist ausdrücklich keine Bauabnahme. Der Rohbau wird zwar aufgestellt und wetterfest geschlossen, doch der gesamte Innenausbau steht noch aus. Die rechtlich bedeutsame Abnahme mit Protokoll erfolgt erst bei der Übergabe des fertigen Hauses. Sinnvoll ist am Stelltag dennoch eine erste Sichtkontrolle auf Transportschäden oder eindringende Feuchtigkeit, die Bauherren mit Fotos dokumentieren und der Bauleitung melden sollten.
Was bedeutet ein wetterfester Rohbau?+
Ein wetterfester Rohbau bezeichnet den Zustand, in dem das Haus außen geschlossen ist und Regen sowie Wind nicht mehr eindringen können. Dazu gehören fertige Außenwände, ein eingedecktes Dach und meist eingesetzte Fenster und Außentüren. Erst in diesem Zustand kann der Innenausbau im geschützten, beim Fertighaus beheizbaren Gebäude beginnen. Der wetterfeste Rohbau ist damit ein wichtiger Meilenstein zwischen Rohbau- und Ausbauphase.
Kann ich den Rohbau in Eigenleistung erstellen?+
Den Rohbau selbst zu erstellen ist grundsätzlich möglich, erfordert aber ausgeprägte handwerkliche Erfahrung und viel Zeit. Beim Bausatzhaus liefert der Hersteller nur die Bauteile, sodass Bauherren Rohbau und Innenausbau vollständig übernehmen; das kann den Preis um bis zu 30 Prozent senken. Beim Ausbauhaus dagegen entstehen Rohbau, Dach, Fenster und Außentüren fachgerecht durch den Betrieb, während nur der Innenausbau in Eigenleistung bleibt. Der Ausbauhaus-Weg gilt als üblicher Mittelweg.
Welche Rolle spielt der Rohbau im Zahlungsplan beim Fertighaus?+
Der Rohbau ist im Zahlungsplan beim Fertighaus ein zentraler Meilenstein. Nach dem üblichen Standard-Zahlungsplan 2026 werden rund 25 Prozent nach den Erdarbeiten und weitere 28 Prozent nach dem Rohbau fällig, danach kleinere Raten nach Fenstereinbau, Innenputz und Estrich. Wann Abschlagszahlungen gefordert werden dürfen, regelt die Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV). Bei Verstößen wie überhöhter Vorkasse ist die Zahlung nicht sofort fällig.
Was gehört zur Rohinstallation im Rohbau?+
Zur Rohinstallation im Rohbau gehören alle Leitungswege, die verlegt werden, solange die Wände noch offen sind. Dazu zählen Leerrohre und Kabelkanäle für Elektro und Datentechnik, Rohwasser- und Abwasserleitungen sowie Anschlüsse für die Heizung. Wer im Rohbau Leerrohre und Reserveleitungen einplant, kann spätere Technik ohne Wandöffnung nachrüsten; Leerrohre kosten dabei nur wenige Euro pro Meter. Die fertige Installation mit Geräten und Sanitärobjekten gehört bereits zum Ausbau.