Schwellenlos bauen 2026: Aufpreis, DIN 18040-2 und KfW-159
Barrierefreies Bauen ist 2026 zum Standard geworden: Jeder fünfte Neubau richtet sich nach der DIN 18040-2. Wir erläutern die wichtigsten Maße der Norm, die realistischen Mehrkosten von 12.000 bis 48.000 €, die KfW-159-Förderung im Detail (bis 50.000 € Kredit) und welche Hersteller eine eigene barrierefreie Hauslinie zum kalkulierbaren Preis führen.

Was kostet ein barrierefreies Fertighaus – und wie fällt der Aufpreis gegenüber der Standardausführung aus? Genau diese Preisfrage beantworten wir hier. Den bautechnischen Rahmen steckt die DIN 18040-2 ab, für die finanzielle Entlastung sorgt der KfW-Förderkredit 159 „Altersgerecht Umbauen“. Sie erfahren, welche Normmaße welchen Mehrpreis auslösen, wie sich drei Grundriss-Varianten (Bungalow, Einfamilienhaus mit optimiertem Erdgeschoss, Mehrgenerationenhaus) preislich unterscheiden und mit welchem Quadratmeterpreis Sie bei barrierefreien Hauslinien rechnen sollten.
Zahlt sich der Aufpreis fürs barrierefreie Bauen aus?
Kurzantwort: Für drei Käuferprofile rentiert sich der Aufpreis fürs barrierefreie Bauen besonders zügig: für Familien, die ihr Haus über Jahrzehnte behalten und den späteren Umbau bei Pflegebedarf vermeiden möchten; für Bauherren mit eingeschränkter Mobilität, die auf Rollstuhl, Rollator oder Gehhilfe angewiesen sind; und für Kapitalanleger, deren barrierefreie Objekte einen höheren Wiederverkaufswert erzielen. Der Neubau-Mehrpreis von 12.000 bis 48.000 € bleibt gut kalkulierbar und lässt sich über den KfW-Kredit 159 zu 60 bis 90 Prozent zinsverbilligt gegenfinanzieren. Der nachträgliche Umbau schlägt dagegen mit dem Drei- bis Fünffachen zu Buche.
Rein rechnerisch zahlt sich vorausschauendes Planen aus: Die meisten der heute 50- bis 65-Jährigen bleiben bis ins hohe Alter im eigenen Haus. Wer heute baut, finanziert eine Immobilie für die kommenden 30 Jahre – und jede Nachrüstung kostet später ein Vielfaches des ursprünglichen Aufpreises. Eine bodengleiche Dusche, 90 cm breite Türen und ein vollwertiger Wohnbereich im Erdgeschoss sind daher weniger ein Alterszeichen als eine wertstabile Investition. Junge Familien profitieren obendrein: breite Durchgänge für den Kinderwagen, ein stolperfreier Gartenzugang und weniger Reinigungsaufwand senken Alltagskosten und -mühen.
DIN 18040-2: Welche Maße welchen Aufpreis nach sich ziehen
Kurzantwort: Die DIN 18040-2 unterscheidet zwei Ausbaustufen mit unterschiedlicher Kostenwirkung: „barrierefrei nutzbar“ als preisgünstigeren Standard und „barrierefrei und uneingeschränkt mit Rollstuhl nutzbar“ als teureren R-Standard. Preisrelevant sind vor allem: lichte Türbreiten von 80 cm (Standard) bzw. 90 cm (R-Standard), Bewegungsflächen von 120 × 120 cm bzw. 150 × 150 cm, schwellenlose Übergänge mit höchstens 2 cm Höhensprung, eine bodengleiche Dusche mit 120 × 120 cm Standfläche, Fensterbrüstungen von maximal 60 cm sowie Schalter und Steckdosen auf 85 cm Höhe. Jedes zusätzliche Zentimetermaß kostet Material und Fläche – und damit Quadratmeterpreis.
DIN 18040-2: Standard gegenüber R-Standard (Rollstuhl)
| Bauteil / Bereich | Standard | R-Standard (Rollstuhl) |
|---|---|---|
| Türbreite lichte Weite | ≥ 80 cm | ≥ 90 cm |
| Türgriffhöhe | 85 cm Standard | 85 cm Standard |
| Bewegungsfläche im Raum | 120 × 120 cm | 150 × 150 cm |
| Bewegungsfläche vor Sanitär | 120 × 120 cm | 150 × 150 cm |
| Schwellenlose Übergänge | max. 2 cm | max. 2 cm |
| Dusche | ebenerdig 120 × 120 cm | ebenerdig 150 × 150 cm |
| WC-Sitzhöhe | 46–48 cm | 46–48 cm |
| Waschbecken-Höhe | 82–86 cm | unterfahrbar 67 cm |
| Fensterbrüstung | ≤ 60 cm Sicht | ≤ 60 cm Sicht |
| Steckdosen / Schalter | 85 cm Höhe | 85 cm Höhe |
| Treppe (wenn vorhanden) | Handlauf beidseitig | Handlauf + Aufzug/Plattform |
Ein Teil dieser Maße öffnet zugleich die Tür zur KfW-159-Förderung und senkt damit indirekt Ihre Finanzierungskosten. Wer den vollständigen R-Standard umsetzt, verbindet die Zuschussstufen „Barrierereduzierung Standard“ und „Barrierereduzierung Standard 2“ und schöpft so die maximale Förderhöhe aus. Welche Quadratmeterpreise die einzelnen Hersteller für barrierefreie Ausführungen verlangen, sehen Sie im Anbietervergleich.
Drei Grundriss-Konzepte mit ihrem Aufpreis im Vergleich
Kurzantwort: Beim barrierefreien Fertighaus dominieren drei Grundrisstypen, die sich preislich klar voneinander abheben: der eingeschossige Bungalow (alle Räume im Erdgeschoss, rollstuhlgerecht, geringster Umbauaufwand), das Einfamilienhaus mit optimiertem Erdgeschoss (Schlafen, Bad und Küche ebenerdig, Obergeschoss optional) sowie das Mehrgenerationenhaus (zwei Wohneinheiten, eine barrierefrei im Erdgeschoss, eine per Aufzug im Obergeschoss). Jede Variante trägt einen anderen Aufpreis gegenüber dem Standard-Hauspreis – vom nahezu kostenneutralen Bungalow bis zum aufwendigen Zwei-Einheiten-Konzept.
- Bungalow 110–150 m²: alles auf einer Ebene, ohne Treppe rollstuhltauglich. Braucht ein größeres Grundstück (≥ 600 m²), was die Grundstückskosten erhöht. Aufpreis fürs Haus nur 0–8.000 €.
- EFH mit EG-Optimierung 130–160 m²: Schlafen, Bad und Küche ebenerdig, Obergeschoss für Kinder oder Hobby, Aufzugsschacht vorbereitbar. Mehrpreis 12.000–25.000 €.
- Mehrgenerationenhaus 180–250 m²: zwei Einheiten, davon eine barrierefrei – etwa Elternwohnung unten, Familie oben. Höchster Aufpreis von 25.000–48.000 €, dafür zwei nutzbare Einheiten.
Preislich am reizvollsten ist häufig der Bungalow: Menschen ab 55 fragen ihn stark nach, weil der Hausaufpreis minimal bleibt. Er verlangt zwar mehr Grundstücksfläche, liefert dafür aber mit nur einem Geschoss dieselbe Wohnfläche wie ein zweigeschossiges Einfamilienhaus. Eine moderne, ebenerdige Variante stellt der Ratgeber Bungalow mit Flachdach vor. Preise und Modelle finden Sie im Bungalow-Hub. Konkrete barrierefreie Grundrisse listet der Grundrisse-Bereich; Anregungen speziell für den Bungalow bündelt der Ratgeber Bungalow-Grundrisse & Ideen. Wer zwei Wohneinheiten plant, findet im Ratgeber Mehrgenerationenhaus bauen, beim Planen einer Einliegerwohnung sowie im Ratgeber Bungalow mit Einliegerwohnung die passenden Grundlagen.
Das barrierefreie Bad: Wo die Kosten steigen und wo Sie sparen
Kurzantwort: Kein Raum verteuert sich beim barrierefreien Bauen so deutlich wie das Bad. Die DIN 18040-2 verlangt eine bodengleiche Dusche mit 120 × 120 cm (R-Standard 150 × 150 cm), ein WC mit 46–48 cm Sitzhöhe und 90 cm seitlicher Bewegungsfläche, bei Rollstuhlnutzung ein unterfahrbares Waschbecken (Oberkante 80 cm, Beinfreiraum 67 cm), eine Einhebel-Brausearmatur sowie Stützgriffe an WC und Dusche nach DIN 18040-3. Der Mehrpreis gegenüber einem Standard-Bad liegt je nach Ausführung bei 6.000 bis 14.000 € pro Bad.
Kostentipp: Ein Vorwand-WC mit höhenverstellbarer Halterung verursacht nur etwa 250 € Aufpreis, erspart Ihnen im Pflegefall aber einen kompletten Bad-Umbau. Ebenso lohnt es sich, für spätere Stützgriffe schon jetzt Holz- oder Metall-Traversen in den Wandquerschnitt einzuplanen (das sogenannte Trockenbau-Reinforcement). Diese Vorleistung kostet 80 bis 150 € je Befestigungspunkt und spart später Stemm- und Fliesenarbeiten von 1.500 bis 3.000 €.
Preiswert vorbereiten statt später teuer nachrüsten
Sie können ein Bad kostengünstig „für später“ barrierefrei vorbereiten, ohne dass es sichtbar wird: eingeplante Befestigungspunkte in der Wand, eine schwellenlose Duschtasse, etwas breitere Türrahmen. Der Alltag bleibt unverändert – tritt ein Pflegefall ein, sparen Sie sich die 15.000 bis 25.000 € eines nachträglichen Umbaus. Fertighaus-Hersteller wie KAMPA, FingerHaus oder Bien-Zenker bieten dieses „anpassbare Bad“ als Standardoption zu überschaubarem Aufpreis an.
Festpreis-Angebote für barrierefreie Hauslinien einholen
Mindestens 12 der 86 Hersteller aus unserem Detailvergleich bieten 2026 eine eigene barrierefreie Hauslinie – mit DIN-18040-2-konformer Ausstattung, transparentem Aufpreis und KfW-159-Antragstellung. Wir vermitteln Ihnen drei passende Angebote zum Vergleich.
KfW 159 „Altersgerecht Umbauen“: So drücken Sie Ihre Finanzierungskosten
Kurzantwort: Das KfW-Programm 159 verbilligt 2026 sowohl den barrierefreien Neubau als auch den Umbau. Es stellt einen zinsverbilligten Kredit von bis zu 50.000 € je Wohneinheit bereit, mit jederzeit kostenfreien Sondertilgungen. Voraussetzung ist eine DIN-18040-2-konforme Planung oder mindestens fünf anerkannte Maßnahmen (Türverbreiterung, bodengleiche Dusche, Stützgriffe, schwellenlose Übergänge, Treppenlift-Vorbereitung). Weil der Zins deutlich unter dem regulären Baukredit liegt, senkt das Programm Ihre monatliche Belastung spürbar. Beantragen müssen Sie es über Ihre Hausbank – zwingend vor Vertragsabschluss.
Förderfähig sind sowohl einzelne Maßnahmen als auch vollständige Standards. Für den Neubau lassen sich die folgenden kostenrelevanten Maßnahmen-Pakete miteinander verbinden:
- Wege & Zugänge: schwellenfreier Hauseingang, Rampe statt Stufe, ausreichend breite Zuwegung.
- Türen: lichte Breite ≥ 80 cm (Standard) oder ≥ 90 cm (R-Standard).
- Sanitär: bodengleiche Dusche, unterfahrbarer Waschtisch, WC mit Stützgriffen.
- Bewegungsflächen: 120 × 120 cm (Standard) oder 150 × 150 cm (R-Standard) in allen Hauptaufenthaltsräumen.
- Erschließung im Haus: breite Treppe mit Handlauf, Aufzug oder Plattformlift, Vorbereitung für Schiebetüren.
- Elektroausstattung: Schalter und Steckdosen auf 85 cm Höhe, smarte Beleuchtung mit Bewegungserkennung, Notruf-Vorbereitung.
Welche Hersteller barrierefreie Linien führen – und zu welchem Preis
Kurzantwort: 2026 führen mindestens 12 der 86 Hersteller aus unserem Detailvergleich eine eigene barrierefreie Hauslinie mit ausgewiesenem Aufpreis: Bien-Zenker („Concept-L“), Schwabenhaus („SmartHome50plus“), KAMPA („Bungalow Generation“), FingerHaus („MEDLEY-Generation“), OKAL („Bungalow“), Hanse Haus („Single Floor“), Schwörer („Bungalow“), Streif („Bungalow Concept-G“), Town & Country („Bungalow 92“), Heinz von Heiden („Bungalow“), DAN-Wood („Bungalow“) und Allkauf („Bungalow Easy“). Die Angebote weichen bei Standardausstattung, Aufpreis und möglichen KfW-Optionen stark voneinander ab – ein Preisvergleich zahlt sich deshalb stets aus.
Diese kostenrelevanten Punkte sollten Sie beim Preisvergleich prüfen:
- Sind Türbreiten von 80 oder 90 cm serienmäßig? (Nachträglicher Türaufpreis oft 250–600 €/Stück.)
- Ist die bodengleiche Dusche im Preis enthalten oder kostet sie extra?
- Werden Bewegungsflächen von 120 × 120 cm in Bad, WC und Schlafzimmer ohne Zusatzkosten eingehalten?
- Ist der beidseitige Handlauf an der Treppe im Grundpreis enthalten?
- Lässt sich ein Aufzugsschacht kostengünstig für den späteren Einbau vorbereiten?
- Bietet der Hersteller den KfW-159-Antragsservice (mindestens BAFA-Energieberater) an?
Außenraum und Garten: die häufig übersehenen Kostenpunkte
Kurzantwort: Der Außenbereich gerät bei der Budgetplanung gern in Vergessenheit, entscheidet aber über die Barrierefreiheit – und über zusätzliche Kosten. DIN-konform heißt: schwellenloser Übergang von Wohnzimmer zu Terrasse (max. 2 cm Höhensprung), Wegbreiten von mindestens 120 cm (Rollator) bzw. 150 cm (Rollstuhl), fugenarme feste Beläge (klassisches Pflaster ist ungeeignet, besser Beton oder Naturstein), Wegbeleuchtung mit Bewegungserkennung sowie Sitzgelegenheiten alle 30 m. Gartentüren sollten dieselbe lichte Breite aufweisen wie Innentüren, was den Materialpreis leicht anhebt.
Ein ausreichender Dachüberstand schützt den Eingang vor Witterung – bei eingeschränkter Mobilität wichtig, weil das Aufschließen länger dauert. Eine smarte Türöffnung per Smartphone, Zahlencode oder Fingerprint (siehe Smart-Home-Ratgeber) ergänzt das für vergleichsweise wenig Geld. Für die Gartenarbeit bieten sich Hochbeete mit 80 bis 90 cm Arbeitshöhe an, die im Stehen oder Sitzen bequem erreichbar sind.
Preis-Fazit 2026: Welche Maßnahmen sich lohnen – und welche nicht
Kurzantwort: Diese No-Regret-Maßnahmen zahlen sich bei jedem Neubau aus, weil sie kaum oder gar keinen Aufpreis verursachen: 90-cm-Türen statt 80 cm, bodengleiche Dusche, Trockenbau-Reinforcement für spätere Stützgriffe, Steckdosen 50 cm über dem Boden, ein Waschbecken mit vorbereitetem Beinfreiraum, breite Außenwege und eine reservierte Fläche für einen späteren Aufzugsschacht. Der vollständige R-Standard rechnet sich vor allem bei konkretem Pflege- oder Mobilitätsbedarf: Der Aufpreis von 25.000 bis 48.000 € wird über den KfW-Kredit 159 zu 60 bis 90 Prozent zinsverbilligt gegenfinanziert.
Als Faustregel gilt: Die barrierefreie Vorbereitung verteuert den Neubau je Maßnahme nur um 5 bis 15 Prozent – im Bestand kostet dieselbe Nachrüstung das Drei- bis Fünffache. Wer 30 Jahre oder länger im Haus wohnen möchte, baut R-Standard-Türen, schwellenlose Übergänge und das anpassbare Bad daher gleich ein und spart unterm Strich. Die generationsübergreifende Nutzung über ein Mehrgenerationenhaus rechnet sich besonders, wenn ohnehin ein größeres Einfamilienhaus geplant ist: Die zweite Einheit wird mit vergleichsweise geringem KfW-Aufwand barrierefrei.
Barrierefrei bauen, KfW-159 und Festpreis vergleichen
Drei Hersteller mit barrierefreier Hauslinie erstellen Ihnen Festpreis-Angebote samt KfW-159-Antragstellung. Aufpreis und Förderung werden dabei transparent aufgeschlüsselt – kostenlos und unverbindlich.
Schwellenlos bauen – häufige Suchanfragen im Überblick
Schwellenlos wohnen von Anfang an
Barrierefrei zu bauen bedeutet, Grundriss, Türen, Bad, Küche, Eingangsbereich, Bewegungsflächen und Schwellen früh zu planen – und den Aufpreis einzukalkulieren. Weisen Sie auch auf mögliche Fördermittel hin.
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Jetzt Hauspreise vergleichenWichtige Fragen kurz erklärt
Die häufigsten Preisfragen rund um Schwellenlos bauen 2026 – kompakt beantwortet von der Redaktion von fertighaus-finder.de (Stand 2026).
Was bedeutet barrierefrei nach DIN 18040-2 – und wie wirkt es auf den Preis?
Wie viel Aufpreis kostet ein barrierefreies Haus?
Welche Förderung senkt 2026 den Preis für barrierefreies Bauen?
Welche Anbieter führen barrierefreie Modelle mit klarem Preis?
Sind Bungalows ohne Aufpreis barrierefrei?
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Lohnt sich barrierefreies Bauen preislich schon in jungen Jahren?
Schwellenlos bauen 2026 – die wichtigsten Suchanfragen
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Barrierefrei zu bauen bedeutet, Grundriss, Türen, Bad, Küche, Eingangsbereich, Bewegungsflächen und Schwellen früh zu planen – und den Aufpreis einzukalkulieren. Weisen Sie auch auf mögliche Fördermittel hin.

